Sie sind hier: Startseite > Pressespiegel
Grundschule Hille
28.09.10 - Tote Maus liebevoll zur letzten Ruhe gebettet

Projekttage für Erstklässler der Grundschule Oberlübbe im Wald / Pädagogische Ziele spielerisch verpackt

VON PETER CARMINE

Hille (pc). Eine Woche lang im Wald lernen und spielen - dieser Traum vieler Kinder ging für die Erstklässler der Hiller Grundschule bei Projekttagen in Erfüllung.

Die beiden Klassenlehrer Heike Nelges und Matthias Wittemeier hatten ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm rund um das Thema "Wald" für ihre Schulanfänger ausgearbeitet. Bei der Durchführung wurden sie unterstützt von der Lehramtsanwärterin Annika Mues, den beiden Pensionären Gisela Brand und Heinrich Hirsch sowie dem Sozialpädagogen Bernhard Drückler und der Praktikantin Jana Fritzlar.

Schüler und Erwachsene sägen gemeinsam zum Abschluss. | Fotos: Peter Carmine
Wettrennen mit Bobbycars.

Die Waldwoche wurde je zur Hälfte in einem Wäldchen in Rothenuffeln und im Wiehengebirge in Haddenhausen-Luttern durchgeführt - mittags erfolgte eine kurze Aufarbeitung in der Schule.

Die Ziele einer solchen Waldwoche beschreiben die Pädagogen so: Neben einer Vielfalt von Bewegungsmöglichkeiten biete ein solches Projekt die Möglichkeit, Selbstvertrauen im Spiel zu gewinnen und kreativ zu sein. Geschärft würden die Sinneswahrnehmung, das ökologische Bewusstsein. Die Sprachentwicklung, das Sozialverhalten und die Verantwortung für sich, andere und die Natur würden gefördert.

Aber auch emotionale Aspekte kämen ins Spiel, wie Stille, Meditation und die Entdeckung der Schönheit und Einzigartigkeit von Fauna und Flora. Der musische Bereich komme durch Rhythmik zum Tragen. Insgesamt könne eine solche Projektwoche zur Schulfähigkeit und Schulreife beitragen.

Diese Lernziele erreichten die Pädagoginnen und Pädgogen auf vielfältige Weise: Indem die Kinder Tiere des Waldes suchten und beobachteten - dabei fanden sie auch eine tote Maus. Sie wurde liebevoll zur letzten Ruhe auf Blätter gebettet. So wurde den Kindern ungewollt das Thema "Leben und Vergehen" bewusst.

Es wurden unter Anleitung einer Kräuterexpertin Wildkräuter am Waldesrand gesucht und zu Kräuterquark gemischt, der allen köstlich schmeckte. Eine stabile Hütte wurde gebaut, betreut und immer wieder renoviert. Auch Tiere aus Naturmaterialien bastelten die Schüler.

Wasserspiele und ein Staudammbau gehörten ebenso dazu wie das Schaukeln an einer "Liane" - hierzu diente ein dickes Tau, das die Viertklässler in der Vorwoche als Strandgut von einer Klassenfahrt auf die Insel Amrum mitgebracht hatten. Auch die Bobbycarrennbahnen waren im wahrsten Sinne des Wortes ein Renner.

Annika Mues traute sich sogar für ihren letzten Unterrichtsbesuch vor dem zweiten Lehrerexamen die Prüfungskommission in den Wald einzuladen, um dort eine ganz ungewöhnliche Unterrichtsstunde zu halten. Natürlich thematisierte sie auch hier das Thema "Kleine Tiere des Waldes" - vorzugsweise die am Waldboden Lebenden.

Zum Abschluss der Waldwoche waren am Samstagnachmittag die Eltern mit ihren Kindern zu einem spielerischen Abschluss in den Haddenhauser Wald eingeladen. 16 altersheterogene und auch familiär gemischte Gruppen traten zu einem spielerischen Wettbewerb gegeneinander und gegen die Uhr an.

Dabei wurde bemerkenswerter Einsatz gezeigt, der in so ehrgeizigen Maßnahmen gipfelte wie das Durchgeben von Ergebnissen aus dem Wald per Mobiltelefon an die Gruppenmitglieder, die auf dem Sammelplatz die Ergebnisse dokumentieren mussten.

Höhepunkt des Nachmittags war ein Bobbycarrennen, ausgetragen von Konrektor Matthias Wittemeier und dem Pensonär des Kollegiums Heinrich Hirsch. Die Kinder applaudierten, ein Teil von ihnen lief hinterher.

"Es war schön zu erleben", resümierte Matthias Wittemeier, "wie sich die Schulanfänger in dieser Woche untereinander ganz anders als sonst kennengelernt haben. Die Kinder erlebten die Schule neu und gehen nun - gestärkt durch das Gemeinschaftserlebnis - ihre Aufgaben in der Schule mit frischem Elan an."

Impressum