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Grundschule Hille
16.05.11 - Kinder stechen Torf

Brauchtumspflege: Nettelstedter Torfstecher laden Drittklässler ein
VON GISELA BURMESTER

Hille (mt). Torfstechen ist echte Knochenarbeit - diese Erfahrung machten 52 Schüler und Schülerinnen der Grundschule Hille.

Heinz Wullbrandt zeigt Vincent, wie Torf gestochen wird.

Die "Nettelstedter Torfstecher", eine siebenköpfige Gruppe, die zeigt, wie der Arbeitsalltag eines Torfstechers aussah, hatten die beiden dritten Klassen mit ihren Lehrern Inge Heitkamp und Peter Carmine ins Naturschutzgebiet Großes Torfmoor eingeladen. Dort, als Teil des Erlebnispfads, gibt es eine Stelle, an der sie den Torfabbau demonstrieren dürfen. "Verkaufen dürfen wir die Stücke aber nicht. Die Kinder können aber eins mitnehmen." Der Rest werde, sagt Friedrich Lübbert, Heimatvereinen oder anderen Brauchtumsgruppen für Ausstellungen zur Verfügung gestellt.

Schulleiterin Helga Wittenfeld und die Kinder lauschen Friedrich Lübbert, der selbst als Kind beim Torfabbau helfen musste. MT- | Fotos: Manfred Otto

Er selbst musste noch als Kind nach der Schule ins Moor, um beim Abbau des Brennmaterials zu helfen. Es sei eine harte Arbeit gewesen. Wie hart, erfahren die Schüler dann selbst: Sie steigen in auf Holzbrettern befestigte Holzschuhe und klettern zu Heinz Wullbrandt in die Kuhle. Dort ist es matschig, denn ständig läuft Wasser nach. Hin und wieder schöpft Heinz Wullbrandt darum die braune Brühe mit dem Jauchelöffel ab.

Zwölf Meter stark ist die Torfschicht hier. Mit dem Torfmesser hat Friedrich Lübbert zuvor die Torfbank eingeschnitten, nun müssen die Kinder das feste, braune Material mit dem Torfspaten abstechen.

Die Arbeit sei machbar, meint Vincent (9) ganz lässig, vergisst dabei aber, dass ihm Heinz Wullbrandt tatkräftig geholfen hat. Er findet die ganze Sache jedenfalls toll - "es macht Spaß". Und auch Cedric (8) gefällt die Aktion, zumal sie ihn daran erinnert, wie hart die Kinder früher arbeiten mussten.

Die Torfstücke der beiden Jungen - jedes wiegt in nassem Zustand 1,5 Kilo - landen auf der Torfkarre, die Fritz Joseph bereitgestellt hat. 80 bis 100 Stücke passen da drauf.

Die Schubkarre wird einige Meter weit gefahren und entladen: Nach einem bestimmten, luftdurchlässigen System stapelt Heinrich Öwermann nun die Stücke, damit sie trocknen können.

Die vier Männer vor Ort sowie Albert Tiemann, Günter Oevermann und Willi Starke sind alle schon im gesetzten Alter, darum suchen sie junge, engagierte Mitarbeiter, die ihnen bei ihrer ehrenamtlichen Brauchtumspflege unter die Arme greifen. Ansprechpartner ist Friedrich Lübbert, 05741/6802.

Schulklassen und andere Besuchergruppen sollten sich, empfiehlt Friedrich Lübbert, in der Kreisverwaltung, Telefon 0571/8070, mit dem Umweltamt verbinden lassen, wo es nähere Informationen zu Terminen und über die "Nettelstedter Torfstecher" gibt.

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