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Grundschule Hille

Plattdeutsch-Arbeitsgemeinschaft der Grundschule Hille zeigt sprachliches Können bei unterhaltsamem Abend

 

Hille (pc). Unter dem Motto "Plattdeutsch gehört in Kindermund" veranstaltete die Plattdeutsch-Arbeitsgemeinschaft der Grundschule Hille (AG) einen interessanten und vergnüglichen Abend mit Liedern, Reimen und Sketchen.

VON PETER CARMINE

Die Grundschüler führten einen plattdeutschen Sketch auf. | Foto: Peter Carmine

Die Leitung hatte Schulleiterin Helga Wittenfeld, die die AG leitet und schon seit ihrer Kindheit Plattdeutsch spricht.
Die AG mit Kindern der dritten und vierten Klassen wurde erst nach den Herbstferien gegründet - bemerkenswert war, wie gut sie schon die fremden Wörter aussprechen konnten und wie flüssig und gut betont sie plattdeutsche Texte lasen.

Zunächst gab es ein Begrifferaten für das Publikum, darunter Wörter wie Miegematten (Ameisen), Gaffelstangen (Ohrenkneifer), Tielössken (Osterglocken) und Poggensteohl (wörtlich: Froschstuhl; das sind Pilze).

Das erste Lied stammt ursprünglich aus Hamburg, war aber für das Hiller Land bearbeitet worden: "An de Eck stehrt n Jung" wurde von allen 35 Kindern gesungen - ebenso wie die später folgenden Lieder.

Danach wurden zwei Witze inszeniert, der eine von Ole und Joel, der andere von Leonie und Franziska. Dann las Jan Leppek die Geschichte vor, die ihn beim Plattdeutschen Lesewettbewerb der Grundschule Hille zum ersten Preisträger aus den zweiten Klassen machte: "De lüttke Hoase".

Zur Auflockerung wurde dann wieder ein Lied "Lütt Matten de Hoas", das seinerzeit von dem Hiller Lehrer Wilhelm Burmester geschrieben wurde, gesungen. Von ihm gibt es auch ein kleines Buch mit plattdeutschen Texten "Rund ümme de Matten".

Beim Sketch "Eierverkaup" gelang es dem Eierhändler, gespielt von Jan Wullbrandt, seine Kundschaft durch Ablenkungsmanöver über das Ohr zu hauen. Svea Schwenker hatte zusammen mit Janne Horstmann kürzlich beim Plattdeutschen Lesewettbewerb in Hille den ersten Platz der dritten Klassen errungen und trug die Kurzgeschichte "Tja de Matten" vor.

Beim Sketch "Kaffeestunne" spielten Annika und Janik den Bauern und seine Frau, die mehr als einsilbig waren.

Beim Lied "Herrn Pastor sine Keoh" ließ sich das Publikum nicht lange bitten und sang mit. Oft mussten an diesem Abend die Holzschuhe gezählt werden, um festzustellen, warum statt zehn immer nur neun vor den Kinderbetten standen - bis sich herausstellte, dass ein Kind mit Holsken ins Bett gegangen war.

Dreistimmiger Kanon

Ein derber Witz war der Sketch "Dat guldene Klo", das sich aber - wie die Schulleiterin beruhigte - auf Platt gar nicht so schlimm anhörte, wie es auf Hochdeutsch gewesen wäre. Das Abschlusslied wurde als Kanon dreistimmig gesungen; zwei Gruppen von den Kindern und eine von den Zuhörern. Letztere waren zahlreich - es waren bestimmt 100 - erschienen.

Einen dringenden Appell gab Helga Wittenfeld den Eltern und Großeltern mit auf den Weg: "Sprechen Sie mit ihren Kindern und Enkeln platt, sonst könnte es sein, dass die Sprache ausstirbt."

Immerhin sei sie schon in die Europäische Charta für bedrohte Sprachen eingetragen. Deshalb müsse man sich weiter dafür engagieren, so die Schulleiterin, auch wenn ihr Ehemann oft behaupte, sie reite ein totes Pferd.

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